
ENERGIE
Ein digitaler Baustein für die Energiewende
Energiedaten schnell und einfach freigeben
for.Watt ansehenÜberblick
Ich habe einen Freigabedienst gestaltet, mit dem Privat- und Geschäftskunden der Weitergabe ihrer Messdaten an Energiedienstleister zustimmen können. Das Produkt habe ich durchgängig verantwortet — von Research über UX und UI bis zum Text. Geliefert habe ich ein B2C-Portal nach dem Mobile-First-Prinzip, ein umfangreiches B2B-Portal und ein Integrationskonzept für Messstellenbetreiber im Partnerportal von 50Hertz.
- Interviews und Tests mit mehreren Nutzergruppen
- User Journeys und künftige User Flows kartiert
- Entwürfe und interaktive Prototypen gebaut
- Oberfläche im Nova Design System (50Hertz/Elia) gestaltet
- Workshops moderiert sowie UX-Texte, Illustrationen und einen Produktflyer erstellt

Ergebnis
Der webbasierte B2B2C-Freigabedienst ging im September 2025 erfolgreich an den Start und wurde in der Fachpresse positiv aufgenommen.
Der Service greift über alle Rollen hinweg ineinander: Privat- und Geschäftskunden verwalten ihre Freigaben bequem im for.Watt-Portal.
Messstellenbetreiber arbeiten im eingebundenen Partnerportal von 50Hertz, Energiedienstleister binden sich über eine standardisierte Schnittstelle an.
- Sehr positive Rückmeldungen aus der Branche und der Fachpresse.
- Ein öffentliches Portal für Privat- und Geschäftskunden, mit geschütztem Bereich für angemeldete Nutzer.
- Landingpages für Endkunden, Messstellenbetreiber und Energiedienstleister, die neue Nutzer gewinnen und vertieft informieren.
- Eine Nutzungsführung, die auf den Erkenntnissen aus dem Research aufbaut.
- Halbrealistische Strichillustrationen, die das Zeug zu einem tragenden Markenelement haben.
Aufgabe
Messstellenbetreiber sollten Anfragen verlässlich prüfen können: Identitäten und Messstellen zuordnen, Fehler früh erkennen und einen nachvollziehbaren Verlauf hinterlassen — ohne dass die Arbeit dadurch länger dauert.
Rolle
UX Designer, UI- und Visual Designer, UX Writer, User Researcher
Werkzeuge
Figma, Adobe Illustrator, Condens, Azure DevOps, Confluence
Team
Designer (ich), Product Manager, Product Owner, Frontend- und Backend-Entwickler, Scrum Master, Tester, Business Analyst, Agentur heimrich + hannot für das Logodesign
Vorgehen
Übernahme
Nachdem ich den bestehenden Entwurf vom vorherigen Designer übernommen hatte, habe ich den Freigabeprozess für Privatkunden verschlankt: Die einzelnen Zustimmungshäkchen sind entfallen, und die Übersicht zeigt Anfragen und Freigaben mit ihrem Status auf einen Blick.
Prüfstrecke für Messstellenbetreiber
Ich habe eine unaufwendige Prüfstrecke für Messstellenbetreiber entworfen, aufgebaut auf einer Übersicht und einer Detailseite. Beide Ansichten habe ich entworfen und zu einem testbaren Prototyp gebaut, der die Prüfschritte klar benennt und rasch abzuarbeiten ist.
Prototypentests
In Abstimmung mit dem Product Owner habe ich Interviewleitfäden vorbereitet, Termine organisiert, die Gespräche geführt und die Ergebnisse in verständlichen Research-Berichten festgehalten. Auf dieser Grundlage habe ich die Entwürfe überarbeitet — weniger Fehler, schnellere Entscheidungen.
Storytelling
Ich habe eine zweistufige Sitemap geplant, Wireframes für die zentralen Seiten erstellt und Überschriften und Kerntexte entworfen. Daraus wurde die Oberfläche, ergänzt um eine freundliche Figurenillustration, die den Service ohne Fachjargon erklärt.
B2B-Firmenportal
Ich habe das Firmenportal prototypisiert, es mit einem Geschäftskunden getestet und die zentralen Portalseiten entworfen. Als die neue Design-System-Bibliothek kam, habe ich die Oberfläche überarbeitet und Muster, Komponenten und Erscheinungsbild angeglichen.
Workshops
Ich habe interne und externe Workshops vorbereitet und moderiert: eine Customer-Journey-Sitzung für das Produktmanagement in Brüssel, einen Ideenworkshop mit Messstellenbetreibern beim 50Hertz EnergieMarktDialog in Berlin und einen Visionsworkshop beim Team-Offsite in Berlin.
Prüfstrecke für Messstellenbetreiber
Ich habe eine auf Research gestützte Persona für Messstellenbetreiber entwickelt, um die Erkenntnisse in klare Leitplanken für Designentscheidungen zu übersetzen.
Den Weg vom Kauf bis zur Zustellung zu kartieren machte deutlich, welche Informationen und welche Unterstützung Nutzer brauchen. Die Interviews legten die wichtigsten Reibungspunkte und möglichen Abbruchstellen offen. Beides floss in die Customer Journey Map ein und leitete die frühen Prototypentests. Daraus entstanden die ersten Wireframes der neuen Lösung.


Die Sicht der Messstellenbetreiber
Um die Annahmen des Teams zu schärfen und zu überprüfen, habe ich strukturierte Interviews geführt, begleitet von zwei Ausbaustufen eines Prototyps. Der Freigabedienst für Messstellenbetreiber liegt als eigener Themenbereich im Partnerportal von 50Hertz und wird auch Messstellenbetreibern außerhalb der 50Hertz-Regelzone zur Verfügung stehen.

Prototypentests mit Messstellenbetreibern



Erkenntnis 1
Kacheln, die alles vereinfachen
Farbig unterschiedene Kacheln zeigen Anfragen und Freigaben mit ihrem Status, samt Anzahl und schnellem Filter. Diese schlichte Übersicht führt zügig ins Detail. Die Interviews bestätigten, wie leicht sie zu bedienen ist — und wie begeistert die Nutzer davon waren.
Erkenntnis 2
Vermeidbare Rückfragen abstellen
Messstellenbetreiber wollen weniger Unterbrechungen, um sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren zu können. Sie wünschten sich einen standardisierten Ablehnungsgrund, um nicht immer wieder dasselbe erklären zu müssen. Die Funktion wurde früh umgesetzt und verkürzt Abstimmungsschleifen und Bearbeitungszeit.
Erkenntnis 3
Pflichten jenseits des Kerngeschäfts
Energiedaten bereitzustellen ist vorgeschrieben, gehört aber nicht zum eigentlichen Geschäft eines Messstellenbetreibers. Dienstleister erhöhen den Druck, indem sie sofortige Antworten auf E-Mail-Anfragen erwarten — oft mit Anhängen, deren Bearbeitung umständlich ist.
Öffentliche Seiten und geschützter Bereich
Um die Komplexität zu senken und schnell liefern zu können, nahm sich das Team zuerst die Privatkunden mit wenigen Entnahmestellen vor. Die Oberfläche entwickelte sich in drei Schritten — vom übernommenen Entwurf bis zur finalen Fassung im Markenauftritt.
Das Design sollte Freude machen und setzte dafür auf kräftige Farbcodierung, die zugleich der Marke dient und die Orientierung erleichtert. Bei Privatkunden stehen die Anfragen vor den Freigaben, weil nach erteiltem Zugriff meist nichts weiter zu tun ist.
Sitemap
Verschiedene Zielgruppen gezielt ansprechen
Die Hauptnavigation richtet sich an Privat- und Geschäftskunden. Dienstleister und Messstellenbetreiber werden über eigene Landingpages im Fußbereich abgeholt.
Hauptseiten
Wireframe-Entwürfe
Ich habe eine Sitemap und Wireframes für die öffentlichen Seiten festgelegt, die mehrere Zielgruppen ansprechen. Die Hauptnavigation richtet sich an Privat- und Geschäftskunden, Dienstleister und Messstellenbetreiber werden über eigene Landingpages im Fußbereich abgeholt.


UI-Design
Die Oberfläche weiterentwickeln
Ich bin von einem übernommenen Entwurf ausgegangen und habe zwei weitere Ausbaustufen gestaltet. Zuerst habe ich die Übersicht neu geordnet, Texte gekürzt, das Logo entfernt und mich mit der Rechtsabteilung und dem Product Owner darauf verständigt, die Bestätigungshäkchen wegzulassen — der Klarheit zuliebe.
Menschen machen Beziehungen sichtbar
Figurenillustrationen zeigen Beziehungen, Rollen und abstrakte Zusammenhänge. Der Stil entwickelte sich von angepassten Stockmotiven zu ausgearbeiteten Umrisszeichnungen mit zurückhaltenden Schatten und ausdrucksstärkeren Gesichtern.




Interne und externe Workshops
Strategiesitzung zur Ansprache von Messstellenbetreibern
Im Rahmen des 50Hertz EnergieMarktDialogs habe ich gemeinsam mit dem Product Manager einen kurzen Ideenworkshop mit Messstellenbetreibern konzipiert und moderiert. Dabei entstanden und bewerteten wir Ideen, wie sich diese Gruppe erreichen und für den Service gewinnen lässt.
Eine gemeinsame Vision entwickeln
Bei einem Team-Offsite in Berlin habe ich zusammen mit dem Product Owner einen Product-Vision-Box-Workshop vorbereitet und durchgeführt. Zwei Gruppen entwickelten und präsentierten ihre Produkt- und Servicevisionen — das half uns, eine gemeinsame langfristige Richtung zu finden.

